Lernblog zum 30.05.2016

Die thailändische Tradition der Waldmönche zeichnet sich durch eine Abgeschiedenheit von der Gesellschaft aus. Eben in Wäldern versucht man die Lehre Buddhas abgewandt vom weltlichen Leben zu praktizieren (obwohl auch hier die Mönche zu den Menschen gehen um Essen zu erbeten). Das dies heute kaum noch möglich ist, ist offensichtlich, denn selbst in Thailand gibt nicht mehr allzu viele unberührte Wälder. Ein weiterer Punkt ist, dass diese Tradition begründet wurde um der staatlichen Bevormundung zu entkommen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Gründerzeit eines ersten Waldordens, war dies vielleicht noch möglich, aber durch die zunehmende Kontrolle des Staates wurden diese Mönche ihm ein Dorn im Auge.

Es geht hierbei nicht nur um die Kontrolle über eine Religion. Vielmehr ist Säkularisierung, die eine solche Kontrolle ja ausschließen würde, in Thailand nicht unbedingt gegeben, den in der Verfassung von 1978 heißt es: „Der König muss sich zur buddhistischen Lehre bekennen und ist Hüter der Religion“. In erster Linie geht es hier darum, dass der Staat Kontrolle über die Menschen hat, die in seinem Territorium leben. Die Frage ist, ob dies nicht zu weit führt. Die Aufnahme von Personalien, Registrierung von Standorten oder die End-Nomadisierung von ganzen Ethnien, wurde in den letzten Jahrhunderten massenhaft durchgeführt nur um Kontrolle zu erlangen, obwohl dies einen wesentlichen Eingriff die Lebensweise und (im Falle der thailändischen Waldmönche) in die freie Entfaltung bedeutet.

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