Lernblog zum 18.04.2016

In den buddhistischen Religionen gibt es zwei Hauptströmungen. Meiner Meinung nach können sie in etwa als „Konfessionen“ umschrieben werden. Die beiden Ausrichtungen heißen Theravada und Mahayana. Beiden liegt der Glaube an das Nirvana zu Grunde und darauf hin auch der Glaube an die vier edlen Weisheiten des Buddha. Mahayana bedeutet so viel wie „Großes Fahrzeug“. Theravada hingegen bedeutet so viel wie „Kleines Fahrzeug“ und wird von der Mahayana-Glaubensrichtung auch abwertend als Hinayana („mangelnde Lehre“) bezeichnet. Dies hat für mich die Frage aufgeworfen: Gibt es (vielleicht noch heute) Glaubens-Konflikte zwischen den verschiedenen Buddhismen? Woran könnten sich Religionsgruppen stoßen, die als besonders besonnen und pazifistisch gelten?

Zu Anfang steht ein Konflikt. Dies ist nachvollziehbar, denn ein Glaube spaltet sich in der Regel eher auf, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Diese Aufspaltung erfolgte rund hundert Jahre nach Buddhas Tod, eben durch einen Konflikt zwischen Glaubensanhängern. Neben der Verwendung von Geld, oder das Trinken von Palmwein, stand auch zur Debatte ob lediglich Mönche, oder alle Menschen das Nirvana erreichen könnten. Die Theravada-Anhänger waren der Meinung nur Mönche, dürften dies, die Mahayana-Änhänger plädierten für alle Menschen.[1] Der Streitpunkt lässt sich also auf elitäres Denken und Exklusivität zurückführen. Einen Konflikt in heutiger oder jüngster Zeit in ideologischen oder gewalttätigen Dimensionen vergleichbar mit anderen Weltreligionen scheint es zwischen diesen beiden Gruppen nicht zu geben. Auf einer interreligiösen Ebene sieht dies schon anders aus, wenn man sich die Unruhen zwischen Buddhisten und Muslimen in Ländern wie Birma oder Sri Lanka in den letzten Jahren anschaut. Hierzu sei auf einen Artikel verwiesen.[2]

 

[1]http://www.ga.og.bw.schule.de/hp/unterricht/faecher/religion/scheufele/weltreligionen/buddhismus/verbreitung.htm, Eingesehen 24.04.2016

[2]http://info-buddhismus.de/Gewalt-in-Sueddostasien_Interview-mit-Thierry_Dodin.html, Eingesehen 24.04.2016

Lernblog zum 11.04.2016

Buddhismus. Eine Religion, mit der ich persönlich nur Schlagworte verbinde: Buddha, Dalai Lama, Nirvana, Wiedergeburt. Die geografische Verortung in Asien kommt natürlich auch noch dazu. Alles in allem beschränkt sich mein Wissen also mehr oder weniger auf westliche Klischees. Deshalb ist es höchste Zeit tiefer in die Materie einzutauchen. Mit dem Seminar „Buddha, Dharma, Sangha – Einführung in eine Anthropologie der Buddhismen“ erhoffe ich mir einen weniger stereotypen und wissenschaftlichen Eindruck dieser Religion zu erhalten.

Im Mittelpunkt des Einstiegs in das Seminar stand die Gründung des Buddhismus – im weiteren Verlauf des Blogs verwende ich den Begriff „Buddhismen“, der davon absieht diese Religion als monolithisch und einheitlich zu betrachten – durch Buddha bzw. Siddharta Gautama. Dessen Geburtsdatum ist umstritten, soll aber um die Begründung historisch einzuordnen trotzdem genannt werden. In der westlichen Forschung geht man von dem Jahr 563 v. Chr. aus. Als wichtige Glaubensvorstellungen der Buddhismen sollten das Nirvana, das Karma, der achtfache Pfad und die vier edlen Weisheiten genannt werden. Im Folgenden werde ich kurz auf das Konzept des Nirvanas eingehen, da ich zuvor eine ganz andere Vorstellung von diesem Begriff hatte.

Das Nirvana ist erst einmal kein Ort – dies war meine erste Annahme – sondern ein Zustand. Zu Beginn steht die Vorstellung, dass es einen Geburtenkreislauf gibt („Saṃsāra“). Dieser führt sich endlos für alle Lebewesen fort. Das Ziel eines Buddhisten ist es die Erlösung von Wiedergeburt und Leid – Leben heißt Leiden – zu erlangen. Diese Erlösung erlangt man durch die Verwirklichung seines Güte- und Glückpotentials. Erst wenn man sein Potential vollends ausgeschöpft hat erreicht man den Zustand des Nirvanas. Die Buddhismen sehen in den vier edlen Wahrheiten und dem achtfachen Pfad Richtlinien dies zu verwirklichen. Zum besseren Verständnis füge ich hier eine Erklärung (die ich bei meiner Recherche gefunden habe) des Lebensrades an, das diese Konzepte zusammenfasst und der Mittelpunkt der buddhistischen Glaubensvorstellungen ist.

rad_des_lebens

Die Erläuterungen der Zahlen finden sich auf der Webseite.

http://www.nepalwelt.de/site_rad_des_lebens.htm